SÄUGLINGE & KLEINKINDER (0-3 JAHRE)

Wir behandeln seit Jahren erfolgreich verschiedene Arten von Problemverhalten im Säuglings-und Kleinkindalter. Diese werden als "frühkindliche Regulationsstörungen" bezeichnet, weil Probleme in dieser Altersgruppe typischerweise im Zusammenhang mit regulatorischen Anpassungs-und Entwicklungsleistungen der frühen Kindheit auftreten. Werden diese Entwicklungsschritte in der Regel gemeinsam mit den Eltern beim Füttern, Beruhigen, Schlafenlegen, Wickeln oder Spielen erfolgreich bewältigt, kommen Regulationsstörungen immer dann zustande, wenn dieser gemeinsame Anpassungs-und Steuerungsprozess misslingt.

TYPISCHE PROBLEME IN SÄUGLINGSALTER UND FRÜHER KINDHEIT

Aufgrund dieses engen Aufeinanderbezogenseins von Eltern und Kind lassen sich im Säuglingsalter Störungen in psychischem Gleichgewicht und Entwicklung nicht nur durch Beobachtung der alltäglichen Probleme frühkindlicher Verhaltensregulation erkennen, sondern auch am Grad der Belastung von Eltern/ Bezugspersonen. Zu typischen Problemen dieser Altersgruppe zählen...

  • exzessives Schreien ("Schreibabys")
  • Schlafstörungen
  • Fütter-und Gedeihstörungen
  • exzessives Klammern
  • starke motorische Unruhe
  • exzessives Trotzverhalten.

Ein "abnormes" Verhalten ihres Kindes wird von Eltern als besonders belastend erlebt. Daher ist die subjektive Beeinträchtigung der Eltern ein wichtiges Anzeichen dafür, dass in der Eltern-Kind-Interaktion "etwas schief läuft": wenn Eltern über einen längeren Zeitraum erleben, dass sie ihrem Kind nicht helfen können, verlieren sie das Vertrauen in die eigene elterlichen Kompetenzen und intuitiven Reaktionen. Dies kann auf Elternseite zu erheblichen Krisen im Selbstwertgefühl, zu körperlicher Erschöpfung, psychischer Überforderung und Depressivität sowie zu einer Belastung der Partnerschaft oder Ablehnung des Kindes führen. Es kommt vor, dass Probleme der inneren Verhaltensregulation durch eine nicht angemessene Unterstützung der Eltern verstärkt oder aufrechterhalten werden.

EXZESSIVES SCHREIEN

Dieses Störungsbild zeichnet sich durch anfallsartige Episoden von unstillbarem Schreien ohne erkennbaren (organischen) Grund aus. Begleitsymptome sind: geblähter Bauch, Anziehen der Beinchen, Überstreckung des Oberkörpers, hohe Schreiintensität, allgemeine Überreiztheit. Das Hauptproblem der betroffenen Kinder liegt in ihrer Unfähigkeit, abzuschalten, sich selbst zu beruhigen und dann einzuschlafen. Beruhigung kann durch gezielte Außenreizminderung und/ oder die Förderung der intuitiven Kompetenzen der Eltern mittels verhaltenstherapeutischer Methoden erreicht werden.

EINSCHLAFPROBLEME DES KINDES

Hierunter werden dauerhafte Schwierigkeiten des Kindes, ohne elterliche Hilfe in den Schlaf zu finden und/ oder bei nächtlichem Erwachen selbständig wieder einzuschlafen (Schreien, Rufen, Aufstehen) zusammengefasst. Insbesondere sehr fürsorgliche Eltern können die Verhaltensproblematik im Sinne eines negativen Zirkels verstärken, indem sie auf das Kind eingehen und mit immer ausgefeilteren Mitteln versuchen, es in den Schlaf zu bringen. Mit zunehmendem Alter haben sich dann ritualisierte Einschlafinteraktionen entwickelt und das Kind ist erst beruhigt, wenn seine Erwartungen an elterliche Nähe erfüllt sind.

Schlafstörungen im Säuglingsalter entstehen zu 80% im Kontext des exzessiven Schreiens. Der Säugling hat gelernt, sich beim Einschlafen und nächtlichen Erwachen auf die gewohnten Rituale zu verlassen und versucht, diese durch Schreien einzufordern. Die Mehrzahl von Einschlafproblemen können mithilfe von verhaltenstherapeutischen Maßnahmen schnell und nachhaltig verbessert bzw. geheilt werden.

FÜTTER-UND GEDEIHSTÖRUNGEN

Das Störungsbild beschreibt die anhaltende Unfähigkeit, angemessen zu essen sowie das Herauswürgen, Wiederkäuen oder Verweigern von Nahrung im Zusammenhang mit mangelnder Gewichtszunahme. Es umfasst ein breites Spektrum von einfachen Verhaltensproblemen beim Essen bis zur vollständigen Nahrungsverweigerung. Abnormes Essverhalten in der Kindheit ist fast immer Ausdruck einer nicht gelingenden Interaktion zwischen Eltern und Kind. Häufig sind auf seiten des Kindes keine eindeutigen Hunger¬Durst-oder Sättigungssignale erkennbar. Ziel ist es, dem Kind eine von Hunger und Appetit gesteuerte und weitgehend selbständige Nahrungsaufnahme zu ermöglichen. Verhaltenstherapie vermittelt, wie provokative Abwehr, Ablenkung oder Vermeidung durch Ignorieren, Interesse am Essen und aktive Teilnahme mit positiver Zuwendung beantwortet werden können.

Die genannten Probleme treten oft gleichzeitig oder in Verbindung mit exzessivem Klammern, chronischer motorischer Unruhe, Trotzverhalten und erhöhter Aggressivität auf.